Jubiläum!

30 Jahre Jugendhaus in evangelischer Trägerschaft! Das galt es zu feiern und dazu gab es am vergangenen Freitag großen Anlass. Eröffnet 1980 in Selbstverwaltung, ist das Evangelische Dekanat Oppenheim seit 1997 Träger der Einrichtung. Eine tolles Jubiläum unter dem Motto "Rückblick, Einblick und Ausblick".

Kinder und Jugendliche begleiten
Jubiläum: Jugendhaus Oppenheim feiert 30 Jahre in evangelischer Trägerschaft

30 Jahren Jugendhaus in evangelischer Trägerschaft, das ist ein Erfolgsmodell, das sich bewährt hat, waren sich die Gäste der Jubiläumsfeier, darunter viele Vertreter aus Kirche und Politik, einig. Das Jugendhaus eröffnete 1980 in Selbstverwaltung, seit 1997 ist das Evangelische Dekanat Oppenheim Träger der Einrichtung. Der Abend stand im Sinne von Rückblick, Einblick und Ausblick.

„I love JHO“, die Anstecker mit Herzchen, die viele Gäste trugen, zeigten auf einem Blick: Das Jugendhaus Oppenheim, für das die Abkürzung steht, war und ist Herzensangelegenheit vieler. Unterstützer und Wegbegleiter des Hauses, das nun seit 30 Jahren in evangelischer Trägerschaft ist, brachten zum Jubiläumsfest in Grußworten ihre Wertschätzung zum Ausdruck – ein starkes Bekenntnis an die professionelle pädagogische Arbeit des Jugendhauses. Die Kooperationspartner zeigten sich stolz darauf, dass sie die Einrichtung mittragen können. Unter den Rednern waren auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik. Der Reigen an Glückwünschen für 30 Jahre gute Arbeit wurde moderiert von Vikar Simon Ahäuser.

Für Leiter Jürgen Salewski hat der Erfolg viele Gesichter, verdeutlichte er in seiner Begrüßungsrede: Dankbar ist der Pädagoge für die Unterstützung durch die Evangelische Kirche als Träger der Einrichtung, der Stadt Oppenheim, dem Land Rheinland-Pfalz und dem Kreis Mainz-Bingen als Kooperationspartner, die das gelingende Umfeld „für Jugendarbeit, wie wir sie verstehen und gut finden“ bereiten. Insbesondere die personelle Kontinuität ist ein großes Plus, Dank galt daher den langjährigen Mitarbeiterinnen Heike Weber, Bianca Müller und Bianca Leone. Die Angebote sind an der Lebenswelt der Jugendlichen ausgerichtet, die sich allerdings im Laufe der Zeit immer wieder stark verändert hatten. Fotos und Presseartikel aus 30 Jahren Jugendhaus dokumentierten diesen Wandel und gaben Eindrücke von der Fülle an Aktivitäten, die gern genutzt wurden und werden. Besonders stolz ist der Jugendhausleiter auf die Kooperation mit den Schulen vor Ort, die von beiden Partnern auf Augenhöhe geführt wird. „Sie leisten hervorragende pädagogische Arbeit“, bestätigte Dr. Hendrik Förster, Schulleiter am Gymnasium zu St. Katharinen, dankbar für gute Kooperation, gegenseitige Wertschätzung und gemeinsame Angebote.

Mit „Offene Jugendarbeit – Relevanz, Chancen und Perspektiven“ hatte Eltje Reiners ihr Impulsreferat überschrieben. Sie ist als Stadtjugendreferentin im Dekanat Darmstadt tätig und erläuterte, welche pädagogischen Konzepte und durchdachten Angebote hinter dem für viele abstrakten Begriff stehen. Die Lebenswelten junger Menschen sind dabei im Fokus, vom Grundschulalter bis hin zu jungen Erwachsenen, für die ein Spektrum an Freizeitgestaltung und Beratung angeboten wird, wie Medienbildung und Gesundheitsförderung. Hohen Stellenwert haben auch Abenteueraktionen, Erlebnispädagogik und soziales Lernen. Beim Zusammenleben spielen Menschenwürde und gesellschaftliche Regeln eine wichtige Rolle, verdeutlichte die Referentin. Dies werde hier gestärkt, und zugleich Selbstwertgefühl und Eigenständigkeit gefördert.

Professionelle offene Kinder- und Jugendarbeit

Neben den vielen  Freizeitangeboten für die Jugendlichen könne das Mitarbeiterteam zudem auch bei Problemen professionell reagieren, sei es spontan durch die Kooperation mit den Schulen oder Fachstellen oder in einem Netzwerk, das die Arbeit im Jugendhaus ermöglicht und unterstützt. Die Evangelische Kirche als Träger könne auf diese Weise ein breites Spektrum an jungen Menschen erreichen.

Dekan Michael Graebsch räumte auf mit Vorurteilen gegenüber der „Jugend von heute“, die es wohl zu allen Zeiten gab, und dankte der Stadt, die einen Anteil der Personalkosten trägt und die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Kreis und Land, die mitfinanzieren, dankte er für das entgegengebrachte Vertrauen und hatte großen Respekt für die Professionalität des Mitarbeiterteams. Die gute Kooperation von Kirche und Gesellschaft zeige sich auch bei gemeinsamen Projekten wie „Konfi-Adventures“ oder „Gewalt hat eine Geschichte“. Als Kirche sei es wichtig, offen zu sein für junge Leute in ihrer Vielfalt, sich auf ihre Themen einzustellen, betonte Gernot Bach-Leucht, Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

Auch in den kommenden Jahrzehnten offen zu sein für Bedarfe und Ideen der Jugendlichen war ein häufig genannter Wunsch, bei guten Arbeits-, Personal- und Rahmenbedingungen. Die größtmögliche Auslastung des Mitarbeiterteams, das sich zu viert zwei Stellen teilt, sei erreicht, so die Einschätzung des Jugendhausleiters Salewski. Mindestens eine halbe Sozialarbeiterstelle mehr sei zur Weiterentwicklung der Arbeit jedoch sinnvoll und nötig.

Beim Buffet und Austausch sorgte das Duo „switch a rooney“ für musikalische Unterhaltung.

Fotos: Jugendhaus Oppenheim