Nachhaltigkeit? Nachhaltigkeit!

Aus alt mach neu, Stoff statt Plastik, tauschen statt kaufen, Fahrrad statt Auto... Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde - aber was versteht man eigentlich darunter? Und was kann jeder konkret im Alltag dazu beitragen? Die pädagogischen Fachkräfte des Jugendhauses starteten das Projekt Mitte September, eingebettet in die verschiedenen Programmangebote des Hauses: Schülercafé, Kidsclub und Offener Treff. Aktuell läuft das Projekt in der fünften Woche.

„Weil das Thema Nachhaltigkeit so viele Aspekte umfasst, haben wir gleich mehrere Wochen mit unterschiedlichen Schwerpunkten daraus gemacht“, verweisen die beiden pädagogischen Fachkräfte Heike Weber und Bianca Müller auf Stichworte wie „Regionale Produkte“, „Mikroplastik im Alltag“, „Palmöl in unserem Leben“ oder „TTIP/grüne Gentechnik“, die die vergangenen Wochen prägten – mit Kostproben und Kreativität, mit Wissenstests, Gewinnspielen und Literaturtipps.

Angesprochen mit der Nachhaltigkeits-Aktion waren alle Besuchergruppen des Hauses, insbesondere die Besucher des Schülercafes. Immer dienstags und donnerstags außerhalb der Ferien kommen zwischen 11 und 14 Uhr jeweils rund 30 Oberstufenschüler und –schülerinnen, um sich für kleines Geld  an einem warmen Tellergericht zu stärken oder für ebenso kleines Geld Sandwiches, Snacks und Obst zu kaufen. Eine willkommene Alternative zur Mittagspause im Gymnasium ist der Abstecher über die Rheinstraße ins Jugendhaus – dort kann man Musik hören, schwatzen, chillen, Internet nutzen und Hausaufgaben machen.

Kürbissuppe und Kartoffelsuppe gab’s in der Woche, in der ausschließlich regionale Produkte verwendet wurden, außerdem bot das Jugendhaus-Team nur Süßigkeiten etwa ohne Kakaobohnen an. Obst der Saison und Kekse regionaler Produzenten stillten die Lust der Naschkatzen und köstlichen Traubensaft vom Winzer nebenan brachte Heike Weber vom Nachbarn in ihrem Heimatort.

Stichwort Gentechnik: Ob ein Sandwich, belegt mit Wurst oder Schinken aus Massentierhaltung, in der genverändertes Soja- oder Maismehl zum Einsatz kam, wohl wesentlich billiger ist als eines auf artgerechter Tierhaltung und ohne genveränderte Zutaten? Ganze 15 Cent Unterschied, so konnten es die Schülercafé-Besucher auf den Zetteln lesen, die auf den Tischen ausgelegt waren. „Niederschwellig und unaufdringlich“ sollten die Infos verabreicht werden, erläutert Jürgen Salewski, Leiter des Jugendhauses. Wer Lust hatte, füllte ein Quiz aus und konnte eine Mahlzeit gewinnen oder bastelte in Origami-Technik eine Meereslandschaft – ohne Mikroplastik.

Auch die „Kleinen“ setzten sich mit dem Thema auseinander. „Altersgerecht natürlich“, betonen  Müller und Weber. Die Grundschulkinder des „Kids Club“ am Donnerstagnachmittag freuten sich über den Bewegungsparcours im Hof, als sie unter den Hütchen versteckt Fragenkärtchen fanden: Welches Obst denn aktuell reife und welches Siegel die Recycling-Verpackung signalisiere? Das wurde von Max, Lenny, Cecile und den anderen meist ohne Probleme beantwortet, bevor sie aus Abfallmaterialien hübsche Geschenktüten oder Schmuckperlen bastelten. Und auch die Teenies im Offenen Treff wurden eingebunden. Interessantes Thema hier: Welche Rohstoffe, wegen denen die Erde in den entlegensten Gegenden aufgeschabt und verwundet wird, werden eigentlich in Handys eingebaut – und muss es immer gleich das neueste Modell sein?

Aktuell läuft die fünfte und damit auch letzte Woche des Nachhaltigkeitsprojektes zum Thema „Soziale Gerechtigkeit“.