Do art - Don't do drugs

Am letzten Wochenende hieß es wieder „Bekenn Farbe – bleib sauber“, das Motto, unter dem der Graffiti-Workshop stattfand. Am Freitag fanden unter Anleitung von Martin die ersten Schritte statt, wie gestalte ich ein Graffiti richtig, was sind die wichtigsten Regeln, auf was muss ich achten und das Wichtigste...

Was spraye ich überhaupt! Die ersten Entwürfe waren schnell gefertigt und mit ein paar Tipps und Tricks war es am Samstag so weit und die Kunstwerke konnten an die Unterführung in Oppenheim gesprayed werden. Nach und nach entstand ein immer schöner werdendes Kunstwerk und am Ende des Tages war ein tolles, großes Graffiti zu bestaunen.

Auf den Bildern könnt ihr die Ergebnisse sehen oder ihr schaut einfach selbst vorbei und bewundert das Kunstwerk in echt ;)

Zum Hintergrund / aktueller Presseartikel zur Aktion:

Am 29. und 30. Mai 2015 fand das zweitägige Graffiti-Event unter dem Motto „do art – don’t do drugs“ an der Oppenheimer Unterführung in der Nähe des Bahnhofs statt. Das Sprayevent ist eingebunden in die suchtpräventive Arbeit des Jugendhauses Oppenheim (Evangelisches Dekanat) und der Suchtberatung des Diakonischen Werkes Mainz-Bingen. Über zehn Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren waren an der Aktion beteiligt, viele waren schon 2014 dabei.

Gemeinsames Kooperationsprojekt des Diakonischen Werks Mainz-Bingen, des Jugendhauses Oppenheim und der Stadt Oppenheim

Bereits im Jahr 2013 fand in Oppenheim im Rahmen der landesweiten Aktionswoche Suchtprävention der erste Workshop „Bekenn FARBE, bleib SAUBER“ statt. Besprüht wurde die Außenwand des Jugendhauses Oppenheim. Die Stadt Oppenheim erteilte im Sommer 2014 dann die weitere Freigabe zum Besprühen einer Wand an der Unterführung in der Nähe des Bahnhofes. In diesem Jahr folgte nun Teil drei des Graffitiprojektes und somit der Fertigstellung der Unterführung. Unterstützt wird die Aktion von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz e.V., dem Kriminalpräventiven Rat der Verbandsgemeinde Rhein-Selz sowie dem Förderverein gegen Suchtgefahren e.V. Oppenheim.

Jürgen Salewski, Leiter des Jugendhauses Oppenheim erklärt: „Nach dem erfolgreichen Start 2013 freuen wir uns über die Weiterführung des Projektes. Graffiti entspricht dem Lebensgefühl vieler Jugendlicher. Mit dem Sprayevent möchten wir ihr Selbstbewusstsein stärken und ihre Kreativität in einem legalen Rahmen fördern.“

Freitags zeigte der Graffitikünstler Martin mit einem Skizzenkurs den Jugendlichen die ersten Basics. „Wer Graffitis machen möchte, braucht neben Kreativität ein Grundverständnis von Geometrie, Perspektive und der Wirkung von Farben.“ Die erste Aufgabe war schnell gefunden. „Überlegt euch einen bestimmten Namen, ein besonderes Wort und zeichnet es!“ ermuntert Martin, der schon zum zweiten Mal den Workshop leitet, die Jugendlichen. Das Graffiti mehr ist als reines sprayen, ist ihm besonders wichtig und genau das möchte er den Teilnehmern vermitteln: „Ich möchte, dass die Jugendlichen beim Zeichnen einen eigenen Stil entwickeln. Es gibt genügend genormte Schriftbilder, gesetzte Strukturen und Vorgaben. Wichtig ist, die eigene Persönlichkeit, den individuellen Style beim Sprayen zu finden und Ausdruck zu geben. Das ist Graffiti!“

Samstags wurden die Entwürfe von den jungen Nachwuchskünstlern mit Spraydosen dann auf die Wand an der Unterführung nahe des Oppenheimer Bahnhofs übertragen. In der Zwischenzeit hatten Tim (17) und Sascha (16) mit Niko Blug, Fachkraft Suchtprävention des Diakonischen Werkes Mainz-Bingen, die Wand vorbereitet und grundiert.

Gelungene Suchtprävention

„Suchtprävention hat viele Gesichter und ist mehr, als Jugendliche vor den Gefahren von Drogen aufzuklären“ erklärt Blug. „Mit dem Sprayevent möchten wird den Jugendlichen ohne erhobenen Zeigefinger legale Alternativen bieten, um ihre Kunst auszudrücken. Somit vermeiden wir aktiv Problemsituationen und schaffen Raum für Ausdruck individueller Haltungen und Partizipation.“ Die Förderung der Kreativität und die Stärkung der Lebenskompetenzen von Jugendlichen stehen dabei im Mittelpunkt gelungener Suchtprävention.

Auch die Stadt Oppenheim profitiert von der Verschönerung der Unterführung, sinnlose Schmierereien werden so vorgebeugt. „Mit dem Sprayevent geben wir jungen Leuten gerne die Möglichkeit, etwas Sinnvolles zu tun“ so Hansjürgen Bodderas, Erster Beigeordneter der Stadt Oppenheim. „Die Ergebnisse sind toll und eine Bereicherung für die Unterführung“.

Nicht zu kurz kamen an beiden Tagen natürlich der Spaß und die Lust an der kreativen Gestaltung eigener Ideen. Ausgerüstet mit Schutzmasken, jeder Menge Spraydosen und der natürlich passenden Musik hatte schon bald jeder Jugendliche seinen Entwurf an der Wand der Unterführung umgesetzt. Dina (17), Luca (18), Maximilian (18), Nils (17), Nives (12), David (14), Nils (13), Ruben (13) und Colleen (16) sind sich nach dem Workshop einig: „Das hat Spaß gemacht, endlich ein cooles Event. Wir freuen uns schon auf einen Folgeworkshop!“

Neue Freiflächen gesucht

Dies ist jedoch nur mit neuen Freiflächen möglich. Daher werden neue, freie Flächen in und um Oppenheim gesucht. „Wenn wir es durch das Graffiti-Event auch noch schaffen würden, neue Wände für zukünftige Projekte zur Verfügung gestellt zu bekommen, wäre das wunderbar“ so die Veranstalter. Interessenten können sich hierzu an die drei Kooperationspartner Diakonisches Werk Mainz-Bingen, Jugendhaus Oppenheim oder die Stadt Oppenheim wenden.

Kontakt

Niko Blug, Suchtprävention Diakonisches Werk Mainz-Bingen, Telefon: 06133 – 5 78 99 16 und Jürgen Salewski, Jugendhaus Oppenheim (Evangelisches Dekanat), Telefon: 06133 – 41 88, www.jugendhaus-oppenheim.de