"100 Prozent Genuss – Feiern im grünen Bereich"

Eine Aktion zur Sensibilisierung zum verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol. „100 Prozent Genuss – Feiern im grünen Bereich“. Gemeinsam mit der Suchtberatung des Diakonischen Werkes Mainz-Bingen haben wir uns als Jugendhaus am FreeRoom beteiligt. Ziel war, die Besucher vom Oppenheimer Weinfest  zu einem verantwortlichen Alkoholkonsum zu animieren.

Bereits zum sechsten Mal ist der „Free Room“ während des Oppenheimer Weinfests zu Gast im Pfarrhof der Evangelischen Kirchengemeinde. Der ruhige Rückzugsort inmitten des Trubels ist zu einem festen Bestandteil des Weinfests geworden. Und zu einem erfolgreichen. Ziel der Aktion „Free Room“ ist es, Jugendliche und Erwachsene zum Thema Alkoholkonsum zu sensibilisieren. Kooperationspartner des Diakonischen Werks sind die Evangelische Kirchengemeinde, die Stadt Oppenheim, das Jugendhaus Oppenheim (Evangelisches Dekanat) sowie die Selbsthilfegruppe Freundeskreis Oppenheim.

Doch was steckt hinter der „Free Room“ Idee? An den ersten beiden Abenden des Weinfests treffen sich Jugendliche und Erwachsene im Pfarrgarten. Gemütlich chillen sie in den bereitgestellten Liegestühlen und genießen alkoholfreie Cocktails bei dezenter Musik. Der Rückzugsort - inmitten des Festgeschehens und doch außerhalb des großen Rummels - ist gut frequentiert. Gesprächsangebote, Infotafeln und Denkanstöße rund um die Themen Genuss, Alkoholkonsum und Risiko komplettieren das Angebot. „Zum einen möchten wir aktiv mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Zum anderen bereits im Vorfeld Organisatoren und Verantwortliche zum Thema Alkohol sensibilisieren“, informiert der Leiter des Jugendhauses, Mitorganisator Jürgen Salewski. Denn übermäßiger oder gar gefährlicher Alkoholkonsum ist nicht nur auf öffentlichen Veranstaltungen ein Problem.

Dabei liegt der Fokus nicht auf den Jugendlichen, sondern auf allen Festbesuchern. „Wir sind kein mobiles Jugendzentrum, in dem Kinder und Jugendliche während des Fests zur Betreuung abgesetzt werden. Wir möchten stattdessen alle ansprechen und zum Nachdenken in Richtung ‚risikoarmen‘ Alkoholkonsum anregen, auch über die Veranstaltung hinaus“, sagt Niko Blug, Präventionsfachkraft und Koordinator des Regionalen Arbeitskreises Suchtprävention.

Die Veranstalter wissen, dass ein gänzlich risikofreier Alkoholkonsum so unrealistisch ist wie ein gänzlicher Verzicht. Und so plädieren sie dafür, im Vorfeld über Maß und Ziel nachzudenken, um somit Risiken für sich und andere zu vermeiden. Der Alkohol wird nicht „verteufelt“, sondern das Thema Genuss in den Vordergrund gerückt. „Nur durch den verantwortungsvollen Konsum von Alkohol kann ich das Fest genießen, nur dann geht es mir auch gut“, ist der Tenor der Aktion.

Das Konzept „Free Room“ nur eine Säule der Suchtprävention, dieses Angebot allein würde nicht greifen. Wichtig für ein ganzheitliches Präventionskonzept sind neben einem Umdenken der Gesellschaft auch begleitende Aktionen und Projekte wie ergänzende Gesprächsangebote, außerschulische Suchtprävention und Schulsozialarbeit.